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Das Laguiole Messer ist weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand.

Die Ursprünge in Laguiole und dem Aubrac

Das Laguiole Messer ist weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Es ist ein Symbol französischer Handwerkskunst, tief verwurzelt in der Geschichte der ländlichen Regionen des Aubrac und der Messerstadt Thiers.

Die Ursprünge in Laguiole und dem Aubrac

Im frühen 19. Jahrhundert entstand das erste Laguiole Messer im Dorf Laguiole im rauen Hochland des Aubrac. Bauern, Hirten und Reisende benötigten ein robustes, zuverlässiges Messer für den täglichen Gebrauch. Das Design war funktional, elegant und zugleich langlebig - Eigenschaften, die das Laguiole bis heute prägen.

Mit der Zeit entwickelten sich charakteristische Merkmale wie die geschwungene Form des Griffschalen, die feine Linienführung, das eingearbeitete Kreuz auf den Griffen und die berühmte Biene oder Fliege am Klingenrücken.

Thiers - das Herz der französischen Messermacherkunst

Während Laguiole als Namensgeber gilt, spielte die Stadt Thiers eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Bewahrung der Laguiole-Tradition. Thiers ist seit dem Mittelalter das Zentrum der französischen Messerschmiedekunst. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Messerherstellung in Laguiole zeitweise fast zum Erliegen kam, waren es die Werkstätten in Thiers, die das handwerkliche Wissen bewahrten und weiterführten.

Die „émouleurs" - Schleifer unter extremen Bedingungen

Eine der eindrücklichsten Figuren dieser Geschichte sind die émouleurs, die Schleifer von Thiers. Sie arbeiteten liegend auf Holzgestellen, mit dem Bauch über rotierende Schleifsteine gebeugt - eine äusserst harte und gefährliche Arbeit.

Diese Schleifer waren bekannt als die „ventres jaunes" (gelbe Bäuche). Der Name rührte von der gelblichen Färbung ihrer Kleidung und Haut her, verursacht durch Staub, Metallabrieb und die ständige Reibung am Schleifstein.

Der Hund als lebenswichtiger Helfer

Besonders berührend ist die Rolle des Hundes, des sogenannten „chien d'émouleur".
Der Schleifer arbeitete liegend, oft über viele Stunden. Der Hund lag dabei auf oder zwischen den Beinen seines Herrchens - „émouleur couché, chien sur les jambes" - und erfüllte eine lebenswichtige Funktion: Er diente als Wärmespender.

Die Arbeit in feuchten, kühlen Werkstätten führte häufig zu schweren Erkrankungen. Der Hund half, die Körpertemperatur zu stabilisieren und rettete nicht selten das Leben seines Besitzers.

Zahlreiche historische Fotografien und alte Postkarten („carte postale Thiers émouleur chien") zeugen noch heute von dieser aussergewöhnlichen Verbindung zwischen Mensch, Tier und Handwerk.

Ein Erbe, das verpflichtet

Diese Geschichte erklärt, warum echte Laguiole Messer bis heute für Respekt vor Material, Handwerk und Mensch stehen. Jedes sorgfältig gefertigte Messer trägt dieses Erbe in sich - von den Hirten des Aubrac bis zu den Schleifern von Thiers und ihren treuen Hunden.

Wer ein Laguiole Messer besitzt, hält nicht nur ein Werkzeug in der Hand, sondern ein Stück europäischer Kulturgeschichte.